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Wohnungsuche in Paris

Eine Wohnung zu einem annehmbaren Preis in Paris zu finden, ist eine recht schwierige Angelegenheit Selbst wenn man etwas gefunden hat, gibt es noch einige Hürden zu meistern: Bei der Anmietung müssen in der Regel eine Monatsmiete und zwei Monatsmieten Kaution hinterlegt werden. Es werden auch die letzten drei Lohnstreifen, sowie eine Bürgschaft einer dritten Person verlangt. Wie auch in Deutschland kann man sich selbst um eine Wohnung bemühen oder dieses einer Agentur übertragen. Bei einer gewerblichen Wohnungsvermittlung wird eine Erfolgsprovision von 10 bis 15% der Jahresmiete, bzw. 5% des Verkaufspreises verlangt.

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Die Agenturen agieren meist sehr selbständig im Auftrag des Vermieters, sie sind oft befugt, die Mietbedingungen auszuhandeln, oft auch die Verträge abzuschließen. Wohnungs- und Immobilienanzeigen finden sich im„Figaro“. An zweiter Stelle kann man die Donnerstagsausgabe (ab Mittwochnachmittag erhältlich) „Le Monde“ nennen, sowie die regionalen Tageszeitungen. In beiden Zeitungen sind Agenturen stark mit Anzeigen vertreten - und als solche nicht immer erkennbar. Das Anzeigenblatt „De Particulier à Particulier“ weist nicht nur einen beeindruckenden Anzeigenteil für Miet- und Verkaufsobjekte auf, sondern bietet zu einem Aufpreis auch seriöse Hilfe bei Vertragsabschlüssen an. Weiterhin wären zu nennen: “La Semaine Immobilière“, „A Vendre - A Louer“ und „J‘annonce“ (mit kostenlosen Anzeigen).
Es gibt außerdem zahlreiche Privatfirmen die sich auf die Vermittlung von möblierten Wohnungen spezialisiert haben. Adressen in der Presse, insbesondere in der französisch-amerikanischen Zeitschrift “FUSAC“, die man in allen amerikanischen, englischen und irischen Pubs in Paris findet. Vorsicht: es gibt auch einige Firmen, die von der Wohnungsnot profitieren und Adressen für die Wohnungssuche verkaufen. Diese sind meist aus der Presse abgeschrieben und wenn Sie diese kaufen, schon längst überfällig.
Auszug aus dem Ratgeber "Leben in Frankreich".

Hier noch ein paar Adressen aus dem Net:
www.wg-gesucht.de
http://paris.homecompany.de
www.lodgis.com
www.studenten-wg.de
www.colocation.fr
www.appartager.com
www.mapiaule.com
http://colocation.letudiant.fr
www.exporimmo.com
www.pap.fr
www.123immo


Für deutsche Studenten gibt es auch Möglichkeiten im Maison Heinrich Heine in der Cité Universitaire
www.maison-heinrich-heine.fr



Und täglich grüßt die Wohnungssuche ...

... heißt es ab Dienstag wieder für mich, wenn ich zum fünften Mal in der Stadt der Liebe eine Bleibe suche. Schon vom kleinen, hessischen Marburg aus habe ich online die Annoncen gesichtet - und frage mich, unter welcher der zahlreichen Pariser Brücken es wohl am gemütlichsten ist ...

"Mais - vous êtes française?" trieft der Honig durchs Telefon. "Nein", antworte ich, "ich bin Deutsche." Martin heißt der Mann, den ich wegen seines Zimmerangebots angerufen habe. Nur 200 Euro soll das gute Stück pro Monat kosten - ein echtes Schnäppchen für Paris. "Wo ist der Haken?" ist da eine natürliche Frage. Ich stelle sie nicht direkt - und bekomme trotzdem eine Antwort, als kurz nach unserem Telefonat mein Telefon klingelt, es ist Martin. "Könntest Du mir nicht ein klitzekleines Photo von Dir schicken?" fragt er mit zuckersüßer Stimme. "Ich habe hier keins", antworte ich - ich säße nicht an meinem PC, sondern an dem meines Vaters (was stimmt). Der Mann am anderen Ende der Leitung beißt sich fest: Schließlich wäre ja auch ein Photo von ihm online, da wäre es nur fair, wenn ich ihm eins von mir schicke. Ich sage "ist gut", lege auf, denke "der wird's nicht" und suche die nächste Wohnungsanzeige.

Zu vermieten am Montmartre"100 Euro" strahlt mir da entgegen, und ich gucke genauer hin: "Ich suche jemanden, mit dem ich schöne Stunden verbringen kann" steht beim Kommentar-Feld. Der Autor: Sébastien, 45. Eine Riesen-Wohnung von 130 Quadratmeter gleich beim Eiffelturm bietet er an, mit jeglichem Komfort wie Waschmaschine, Internet, TV - alles in den 100 Euro mit drin. Einsam klingt der Mensch, der Wohnungsmarkt mit Kontaktbörse verwechselt. "Vielleicht findet er ja jemanden", denke ich. "Jemand anderen."


Zu vermieten in Hanglage

Anzeige Nummer drei: etwas realistischere 350 Euro. Dafür bietet Serge ein Zimmer in Montreuil an, einem etwas außerhalb gelegenen Stadtteil von Paris, der aber noch mit der Métro erreichbar ist. Zwei andere Mädels wohnen da, in einem Pavillon, mit Internet, Waschmaschine etc. Ich rufe an.

Ja, das Zimmer ist noch frei, sagt die Männerstimme durchs Telefon. Und nachdem ich ein paar Sätze zu mir erzählt habe, fängt Monsieur an, mir die Lage zu erklären: Das Haus, in dem er Zimmer vermietet, soll verkauft werden, in zwei Monaten. Wenn ich aber Interesse hätte, könne er mir danach sicher ein Zimmer anbieten, im elften oder 20sten Arrondissement, wo er eine Kneipe eröffnen wolle. Dort könne ich auch als Kellnerin arbeiten, wenn ich für die Miete Geld bräuchte, fügt er hinzu.

Anschauen kann ich mir das Ganze ja mal, sage ich mir, ignoriere mein Bauchgefühl und mache einen Besichtigungstermin aus.

Anzeige Nummer vier. Lustig hört sie sich an, nur 250 Euro soll ein Zimmer kosten im zwölften Arrondissement, also relativ zentral. Einem 26-Jährigen, der seine Mailbox besingt statt bespricht, hinterlasse ich eine Nachricht. Einige Minuten später ruft Nicolas zurück. Ja, das Zimmer sei noch frei. Und ja, 250 Euro koste es. Und nein, es sei kein Problem, wenn ich erst Mittwoch vorbeikäme - er könne mich sogar vom Bahnhof abholen!

Ich bin euphorisch. Sooo nett klingt der junge Mann und sooo nett hört sich auch die Anzeige an: "Offen, fröhlich, unkompliziert" steht da. Adjektive, die auch mit meinem Eindruck von Nicolas am Telefon übereinstimmen. Ich soll heute Abend nochmal anrufen, meint er. Gerade wäre er bei der Arbeit.

Halb sieben Uhr abends, ich rufe an. "Öh", tönt es da durchs Telefon. "Kann ich gleich zurückrufen?", fragt Nicolas. Kein Problem, sage ich, und warte. Und warte. Und warte. Irgendwann gehe ich weg, habe eine Verabredung. "Ach", verscheuche ich meine Zweifel, "der hatte bestimmt einfach keine Zeit - ich rufe morgen wieder an."

Mittags lasse ich es klingeln, die Mailbox geht dran. Ich rufe nochmal an. Und nochmal. Schließlich höre ich ein ungehaltenes "Oui, âllo?". "Hi", sage ich fröhlich, "hier ist Lisa." Und warte auf die Entschuldigung dafür, dass er nicht zurückgerufen hat. Anstatt dessen brummt er durchs Telefon: "Kannst Du Dir nicht denken, dass das Zimmer weg ist, wenn ich nicht zurückrufe ... " Ich bin verdattert. Kann nichts mehr sagen außer einem "Ja, sorry", lege auf.

"Ich sollte den Schlafsack nicht vergessen", denke ich mir. Und mache hektisch im Geiste eine Liste der Leute, die ich in Paris kenne - mit Appartment.

Camping in Paris ...

... ist, was ich seit einer Woche mache - und besetze nacheinander die Wohnzimmer diverser Freunde. Erholsam ist das zwar nicht, wenn frühmorgens Menschen durch das Zimmer tapern. Den Seine-Brücken ist es jedoch vorzuziehen und den Appartments, die ich bisher gesehen habe, auch. Ein Beispiel.

Gut hört sich die Annonce an: 300 Euro, Nähe Porte d'Italie, Waschmaschine, Internet etc. Nach zehn Minuten Fußmarsch von der Metro-Station erreiche ich das Gebäude am Boulevard Kellermann, roter Klinkerstein. Wie verabredet wähle ich Alex' Nummer: "Allô?" meldet sich eine Stimme hinter mir im Hof. Ich drehe mich um, lege auf. Ein Endzwanziger mit blauem Auge (nein, kein natürliches Blau - ein Feilchen) grinst mich an. "Ca va?" frage ich. "Oui", antwortet er und fügt hinzu: "Je vais juste aller pisser et j'arrive ... " (Ich geh nur eben pissen und bin gleich da ... ) Ich bleibe zurück, mit offenem Mund, frage mich, ob der junge Mann keine Toilette hat in seiner Wohnung.

Immer noch grinsend taucht er ein paar Augenblicke später hinter der nächsten Ecke wieder auf, läuft an mir vorbei in Richtung Haustür. Ich folge ihm die Treppe hinauf, höre schweigend seinen Erklärungen zu - das Zimmer sei frei, weil die Mutter seiner Tochter diese abgeholt hätte vor einiger Zeit.

Alex öffnet die Wohnungstür, ich folge ihm hinein. Je ne le sens pas oder Je n'ai pas le bon feeling würden die Franzosen in meiner Situation sagen - mein Bauchgefühl ist einfach nicht das Richtige, und verzweifelt suche ich nach etwas Konkretem, warum ich das Zimmer nicht nehmen kann. Letzteres ist nicht wirklich gestrichen, auf dem Boden liegt eine alte Matratze, an der Wand steht ein klappriger Schrank. In der Wohnung riecht es seltsam, leicht süsslich.

Der (vermeintliche) Grund dafür und meine Ausrede für die Absage kommt kurze Zeit später den Flur entlang: eine schwarz-weiße Katze. "Ist das Deine?" frage ich den immer noch strahlenden jungen Mann gegenüber von mir. Er nickt. "Eh ben, désolée, je fais une allergie aux chats ... " Es stimmt. Ich bin allergisch gegen Katzen. Und kurze Zeit später stehe ich wieder auf der Strasse. Camping bei Freunden ist vielleicht doch nicht so schlecht, denke ich.


Eine kleine Reise durch Paris …

… mache ich gerade - durch all die Wohnungsbesichtigungen, die mich in die verschiedenen Viertel der Hauptstadt führen. Interessant ist das, meistens. Manchmal aber auch leicht beängstigend. Ein Beispiel.

„Es geht mir nicht ums Geld.“ Der 45-jährige General schaut mir in die Augen, hält meinen fragenden Blick. „Nein, ich hab nur keine Lust, abends immer alleine zu essen, vorm Fernsehen. Es ist doch viel netter, sich dabei mit jemandem zu unterhalten.“ Er schweigt. Noch immer blickt er mir in die Augen, ich schaue weg. Ein leichtes Unbehagen befällt mich - sucht er wirklich nur eine Mitbewohnerin?

Dennoch: 350 Euro für ein Zimmer in einem großen Apartment in der Nähe des Eiffelturms, das ist ein echtes Schnäppchen. Außerdem ist die Wohnung sauber, mit Allem ausgestattet, ruhig.

Mein Blick fällt auf die Photos an der Pinnwand im Wohnzimmer. „Das sind meine Kinder und meine Frau“, sagt der Wohnungsbieter gegenüber von mir. Puuh, denke ich erleichtert, er sucht doch nur eine Mitbewohnerin und frage: „Achso – und was machen die so.“ Er beantwortet meine Frage (die Kinder studieren, seine Gattin ist Hausfrau), dann fährt er fort: „Meine Frau ist dagegen, dass ich mir eine Mitbewohnerin suche.“ Wieder ein langer Blick. „Und warum?“ frage ich, das Unbehagen schleicht sich durch die Hintertür wieder ein.

Und seine Reaktion vertreibt es nicht: „Ich weiß auch nicht, einfach so.“ Er schaut auf den Boden, zuckt mit den Schultern, dann suchen seine Augen wieder meinen Blick.

Plötzlich klingelt sein Telefon: „Ah, c’est la dame.“ Er telefoniert mit seiner Frau, fünf Minuten. Dann meint er: „Hmm, kann ich Dich gleich zurückrufen – ich muss grad noch etwas erledigen.“ Was er erledigen muss, sagt er nicht. Dann setzt er sich hin, breitbeinig, nimmt seine Brille ab, schaut mich an, lächelt.

„Bist Du denn interessiert?“ fragt der Military Lover vor mir – und ich bin mir nicht sicher, ob er das Apartment meint. „Hmm…“, sage ich. „Ich weiß nicht genau, ich hab noch ein paar andere Besichtigungen, heute und morgen.“ Und ich füge hinzu: „Öh, ich glaub, ich muss jetzt gehen. Ich bin zum Abendessen eingeladen, zu spät kommen möchte ich da ungern.“ Es stimmt. Ich muss gehen. Zum Abschied meint der General: „Ich entscheide mich Montag – sag mir Bescheid, ob Du das Zimmer haben willst oder nicht.“ Wieder ein langer Blick. Ich nicke nur, sage: „Schönen Abend noch.“ Und hüpfe zur Haustür hinaus. Erleichtert.

Über die Dächer von Paris ...

... kann ich von meiner neuen Wohnung aus gucken - habe also der nicht enden wollenden Wohnungssuche ein überraschendes Ende gesetzt. Das Ergebnis: ein geräumiges Loft mit Dachterrasse und Minibar, direkt bei den Champs-Elysées.

"Es gibt nur eine Bedingung." Die zierliche Mittsiebzigerin guckt mich mit wachsamem Blick an. "Sie dürfen keinen Besuch empfangen", sagt sie – und fügt hinzu: "Aus Gründen der Sicherheit." Ich zucke leicht zusammen, denke: Oh, Nein! Und dabei hatte ich doch all meine Hoffnung in diese WoUnterm Dach in Parishnung gesetzt, als ich die Anzeige sah. Hin- und hergerissen verlasse ich das Haus, verabrede mit der Vermieterin, ihr in einer halben Stunde Bescheid zu geben. Und – entscheide mich dafür, das Zimmer zu nehmen. Anderthalb Wochen sind inzwischen vergangen - eine Zeit, in der ich die Vorzüge dieser Wohnung zu schätzen gelernt habe: [Dachterrasse]

1. Unsere eigene Dachterrasse: Meine Mitbewohnerin und ich dürfen sie sogar benutzen – sollte unsere Vermieterin einmal nicht da sein.

2. Der ausladende Kühlschrank – wir nennen ihn auch liebevoll "Minibar" oder "Kühlbox". Hinter dem hochmodernen Design verbirgt sich die durchgestylte Mini-Bar (hier in Relation zu einer Kola-Flasche, gehalten von meiner Mitwohni) und ein extra angepasstes Gewürzfach.

3. Die geschmackvolle Wanddekoration.

4. Der multifunktionale Miniflur, der zugleich als Flur und Küche dient. Aber aufgepasst: Das Kochen auf Kochplatten ist verboten. Zitat unsere Vermieterin: "Da könnte ja Wasser aufsteigen, dann wird die Wohnung nass." [multifunktionsflur]

5. Die Verzögerung bis das Internet installiert ist: Vier Wochen wartet meine Mitwohni Kerstin (aus dem hohen Norden Deutschlands) schon darauf, dass das freundliche und unfassbar kompetente Personal des neuen (aus zwei Firmen fusionierten) Internetanbieters SFR-Neuf uns eine Verbindung zum Rest der Welt herstellt. Auf Kerstins Nachfrage vor drei Tagen zögerten die Knüller-Angestellten des Unternehmens auch nicht, ihr sofort mitzuteilen, dass Kerstins Antrag "leider" nicht weitergegeben worden war. Voraussichtliche weitere Verzögerung: 21 Tage. Für uns, in unserer unermüdlichen Suche nach dem Nirvana, ist das natürlich nichts als eine willkommene Übung der Geduld.

Achja: Auf meine Frage hin, wie ich denn Besuch aus Deutschland empfangen soll, meinte meine Vermieterin nur: "Am besten ist, sie sagen keinem, dass sie in Paris sind." Also – pssst, geheeeeim!

Alle Artikel von Lisa Louis...
...die derzeit eine zweijährige Journalisten-Ausbildung am Centre de Formation des Journalistes (CFJ) in Paris macht und weitere Artikel auf ihrer Webseite schreibt:.
http://www.weissercappuccino.de


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Zimmer in Paris zu vermieten ab
1. Juni 2011